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10. Oktober 2018

Gemeinsam die Mobilität von morgen gestalten

Gemeinsam die Mobilität von morgen gestalten

Im Interview erklärt Hendrik Wüst wieso die ÖPNV-Digitalisierungsoffensive wichtige Bausteine für die Zukunft darstellt und wie der aktuelle Stand der Maßnahmen ist.

Warum wurde die ÖPNV-Digitalisierungsoffensive ins Leben gerufen?

Die ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW soll den Öffentlichen Personennahverkehr attraktiver machen und in multi- und intermodale Verkehrsnetze integrieren. Die Maßnahmen in der Digitalisierungsoffensive tragen dazu bei, NRW zur Modellregion für Mobilität 4.0 mit Vorreiterrolle werden zu lassen. Wir wollen die Chancen der Digitalisierung im ÖPNV nutzen und setzen sie gemeinsam mit den Akteuren der Branche koordiniert in die Praxis um.

Welche Bedeutung hat die Digitalisierungsoffensive für den Nahverkehr und die Menschen in NRW?

Die Digitalisierung hat die Chancen, den ÖPNV attraktiver zu machen. Sie können heute bequem online vom Sofa aus eine Weltreise mit Flügen, Hotels, Mietwagen usw. online. Aber versuchen Sie mal Reisen im ÖPNV über Verbundgrenzen zu buchen – das ist ungleich schwieriger. Die Menschen in unserem Land erwarten zu Recht einen einfach zu nutzenden ÖPNV, den sie problemlos mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren können. Hier setzt die Digitalisierungsoffensive an. Digitalisierung schafft mehr Möglichkeiten für individuelle Mobilität.

Wie bewerten Sie den heutigen Fortschritt der einzelnen Maßnahmen?

Die ersten Schritte sind gemacht: So hat der VRR die Prozesse rund um das vergünstigte Schulwegeticket als Abo optimiert, digitalisiert und vereinheitlicht. Andere Maßnahmen wie z.B. der Feldtest nextTicket im VRR befinden sich in der Evaluierung und sind somit auf der Zielgeraden. Bei den Kunden ist das nextTicket gut angekommen. Es haben sich auch deutlich mehr Kunden an dem Test beteiligt als erwartet. Gleichzeitig werden laufend neue Maßnahmen in die Digitalisierungsoffensive aufgenommen, wie zuletzt zum Beispiel eine Maßnahme zum Thema Open Data, wo es um die zentrale Bereitstellung EU-weiter multimodaler Reiseinformationsdienste geht. Der flexible Aufbau der Digitalisierungsoffensive, z.B. die einfache Neuaufnahme von Maßnahmen, erlaubt es, sich an die Innovationskraft und die Geschwindigkeit von Digitalisierungsthemen anzupassen. Der bisherige Erfolg sollte Ansporn für alle Partner sein, das Tempo weiter zu forcieren.

Welche Projekte haben aus Ihrer Sicht Leuchtturm-Charakter?

Die Initiative an sich hat Leuchtturm-Charakter. Die einzelnen Maßnahmen und ihre Wirkung sind in ihrer Gesamtheit zu betrachten, Man kann nur schwerlich einzelne Projekte benennen, die gegenüber anderen Maßnahmen hervorstechen. Es gibt sicherlich Projekte, die von der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen werden wie die Pilotprojekte zur Erprobung elektronischer Tickets und eTarif-Modelle. Das sind zum Beispiel der Feldtest zum nextTicket im VRR oder das gerade angelaufene Projekt zum Fairtiq im VRS, die eine hohe Praxis- und Fahrgastnähe haben. Aber auch hinter den Kulissen tut sich einiges: z.B. die Arbeiten an der Unterstützung des PKM-Standards, mit dem Tarife in elektronischer Form landesweit einheitlich abgebildet werden können – eine wichtige Grundlage für elektronisches Ticketing. Dennoch, es sind alle Projekte gleichermaßen wichtige Bestandteile der Digitalisierungsoffensive.

Foto: © ImYanis