Best Practice: Maßnahmen Landesgruppe VDV

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Best Practice - VDV-Landesgruppen
Start-ups für den Nahverkehr

Start-ups gelten als Querdenker und Innovationstreiber schlechthin. Es liegt also nahe, ihre kreativen Ideen für einen zukunftsfähigen ÖPNV einzusetzen. Anfang Mai hat die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gemeinsam mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst zum ersten ÖPNV-Start-up-Pitch geladen. 

Die Digitalisierung hat mittlerweile weite Bereiche des Alltags erfasst. Auch die Mobilität und vor allem der Nahverkehr kann von den Entwicklungen profitieren. „Die Digitalisierung bietet dem ÖPNV die Chance, tradierte Strukturen und Angebote zu überdenken. Mit einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur können wir noch kundenorientierter agieren“, sagt der VDV-Landesvorsitzende Ulrich Jaeger. Umso wichtiger ist es, Innovationspotenziale frühzeitig zu erkennen und zu nutzen. Mit dem ersten ÖPNV-Start-up-Pitch wurden die Weichen entsprechend gestellt und die erste Maßnahme des Handlungsfeldes „Maßnahmen Landesgruppe VDV“, welches ab 2019 weiter ausgebaut wird, initiiert.

Start-ups im Wettbewerb

Anfang Mai 2018 präsentierten sechs im Vorfeld ausgewählte Start-ups ihre Ideen und Entwicklungen in Wuppertal vor Geschäftsführern und Vorständen von ÖPNV-Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen. Die Bandbreite der Innovationen reichte dabei von leuchtendem Beton als Kommunikationsmedium über moderne Systeme zur Flottenverwaltung bis hin zur geodatengestützten Routenoptimierung. Eine sechsköpfige Jury aus Vertretern von Politik und ÖPNV-Wirtschaft hatte schließlich die Qual der Wahl.

Den ersten Preis erhielt S O NAH. Das Aachener Unternehmen entwickelt eine „machine learning Sensor Plattform“ für die Stadt der Zukunft. Die Plattform hilft dabei, urbane Probleme zu lösen, sei es das allgegenwärtige Parkplatzproblem oder auch der Energieverbrauch von Straßenlaternen. Dank intelligent vernetzter Sensoren an Straßenlaternen oder Hauswänden werden zum Beispiel freie Parkplätze erkannt. Das hilft Autofahrern bei der doch oft lästigen Suche des Parkplatzes. Sie sparen dadurch Zeit, schonen ihre Nerven und von der Vermeidung überflüssiger Suchfahrten profitiert zudem die Umwelt.

Innovative Entwicklungen

Auch die Einreichungen der Mitbewerber konnten sich sehen lassen: Die Siut GmbH entwickelt zum Beispiel Betonfertigteile, die sich durch ihre leuchtende Eigenschaft grundlegend von herkömmlichen Produktlösungen unterscheiden. Architekten und Bauherren erhalten so neue Gestaltungsmöglichkeiten für moderne Bauvorhaben. Die Chargery GmbH ist im Bereich der nachhaltigen Mobilität unterwegs. Sie bringt die Ladung nach einer Anfrage per App zum Elektromobil – mit mobilen Hochleistungs-Akkus. Damit spart der E-Flotten- Betreiber Zeit, denn blockierte Ladesäulen stellen kein Problem mehr dar. Die Elektrofahrzeuge werden ausschließlich mit nachhaltig produziertem Strom geladen. Durch spezielle Chargery Fahrradkuriere erfolgt die Lieferung, um auch hier nachhaltig und emissionsfrei zu sein. Die Route360°-Technologie von Targomo analysiert große geografische Netze, plant Routen und visualisiert komplexe Geo-Anwendungen. Dabei kann die Technik in bestehende Plattformen integriert oder als neue Anwendung für individuelle Anforderungen erstellt werden. Das Start-up Fleetbird hat eine Softwarelösung entwickelt, um ein Auto oder Scooter-Sharing-Geschäft zu betreiben. Die Software vereint Flottenverfolgung und Kundenmanagement mit den mobilen Anwendungen für Sharing-Kunden. Die Fleetbird-Software hat offene Schnittstellen für unabhängige Entwickler und kann daher weltweit Verwendung finden. Fleetbird eröffnet Fuhrpark- Betreibern so neue Geschäftsmodelle. Dass das Radfahren einen wertvollen Beitrag für die Umwelt, für die Gesundheit und die Lebensqualität gerade in den Kommunen darstellt, ist bekannt. Mit der Radbonus App von Radbonus UG können Radfahrer nun Kilometer sammeln und kassieren von den Partnern des Start-ups Boni. Als Partner hat Radbonus neben einer renommierten Krankenkasse unter anderem auch den DFB gewonnen.

„Die Verkehrswirtschaft und die Start-up-Unternehmen können eine Menge voneinander lernen“, betonte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. „Insofern begrüße ich, dass der Ideenaustausch zwischen den Verkehrsgesellschaften und den Jung-Unternehmern regelmäßig stattfinden soll. Davon profitieren am Ende alle Seiten – und am allermeisten die Kunden.“ Erste Erfolge des Austausches sind schon heute sichtbar, indem sich zwischen einigen Verkehrs- und Jungunternehmen Zusammenarbeiten entwickeln.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des KCD.

Foto: © Shutterstock / SFIO CRACHO