„Die ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW schafft ein starkes Netzwerk, in dem regionale und überregionale Kooperationen Wissen und Erfahrungen bündeln. So entstehen innovative Lösungen, die den ÖPNV nachhaltig in die digitale Zukunft führen.“
Im vergangenen Jahr haben die Akteur:innen in der ÖPNV Digitalisierungsoffensive (DO) NRW noch einmal in verschiedenen Formaten intensiv an der Weiterentwicklung ihrer Zusammenarbeit gefeilt. Auf die Erneuerung der gemeinsamen Absichtserklärung folgten die konstituierende und die erste Sitzung des Beirats sowie ein Netzwerktreffen mit rund 80 ÖPNV-Akteur:innen – darunter Vertreter:innen von Verkehrsverbünden, Verkehrsunternehmen und Kommunen. Gemeinsam haben sie konkrete Projektideen erarbeitet, um die digitale Zukunft des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen weiter voranzutreiben. Jetzt startet die Digitalisierungsoffensive 2026 mit klarem Fokus: Kundennutzen durch hochwertige Fahrgastinformation steigern, Systeme harmonisieren, IT-Sicherheit stärken und Innovationen schneller in die Fläche bringen.
Mit der konstituierenden Sitzung des DO-Beirats am 3. September 2025 und der ersten regulären Sitzung am 5. November 2025 in Gelsenkirchen wurden die Leitplanken für den Neustart der Digitalisierungsoffensive gesetzt: Sie bleibt ein offenes Netzwerk, neue Partner sind jederzeit willkommen. 2026 richtet sich die Arbeit entlang fünf priorisierter Programmthemen aus, damit Projekte koordiniert, messbar und nachhaltig umgesetzt werden.
Um einen effizienten Einsatz von Ressourcen zu gewährleisten, sollen DO-Projekte umgesetzt werden, die den koordinierten Einsatz von Account Based Ticketing (ABT) bzw. ID-based Ticketing (IDBT) in Nordrhein-Westfalen landesweit vorantreiben. . Die DO-Projekte sollen darauf abzielen, die Vorteile von ABT/IDBT, wie die vereinfachte Nutzung für Fahrgäste und die erleichterte Kontrolle für ÖPNV-Unternehmen, sicherzustellen und zugleich einen möglichst einfachen Übergang von bestehenden Systemen zu ermöglichen. Damit verbundene Maßnahmen sind u.a. eine geplante Themenkonferenz „ABT/IDBT“ und die landesweite Abstimmung zu Standards, die Verzahnung mit bereits bestehenden Projekten wie eezy.nrw und easyConnect und der Aufbau eines zentralen Ticket- und Tokenspeichers NRW (Open Source), um Interoperabilität und Kontrolle sicherzustellen
Es gilt, die entwickelten digitalen Anwendungen über europäische Landesgrenzen hinweg weiter nutzbar zu machen. Konkrete Ansätze beziehen sich hier auf die Ausweitung des Projekts easyConnect. Auch die Verknüpfung von ABT/IDBT und eezy.nrw ist zu prüfen sowie die Inklusion von Echtzeitdaten und der Einführung eines Dashboards für eezy.nrw. Geplante Maßnahmen sind u.a. die Erweiterung von Reichweiten und Features, die Prüfung der Kopplung von ABT/IDBT mit eezy.nrw sowie die Harmonisierung mit angrenzenden Regionen zur Kontrolle und Abrechnung.
Der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) kann die Datenqualität und Fahrgastinformation im ÖPNV spürbar auf ein neues Niveau heben. Gemeinsam mit ausgewiesenen KI-Expert:innen sollen im Rahmen von DO-Projekten praxisnahe Anwendungen entwickelt und erprobt werden.
Die IT-Sicherheit im digitalen Vertrieb hat in den vergangenen Jahren auch mit der Einführung des Deutschlandtickets an Bedeutung gewonnen. Im Rahmen von Projekten sollen Austausch und Abstimmung zur Umsetzung der bundes- und landesweit identifizierten Handlungsbedarfe und Beschlüsse stattfinden. Konkrete Themen können den Schutz vor Identitätsklau inkl. Koordination polizeilicher Ermittlungen, Identifikation von Falschmeldungen in der Ausgabe der Deutschlandtickets sowie die Einhaltung der durch die Standardisierungsgesellschaften (DTVG/VDV eTS) vergebenen Standards (Formate, Sperrliste, Kontroll- & Ausgabenachweise etc.) enthalten. Ziel ist die Schaffung eines landesweit einheitlichen Verständnisses für Bedeutung und Sachstand sowie zum weiteren Vorgehen in der IT-Sicherheit im digitalen Vertrieb insgesamt sowie konkret beim Deutschlandticket.
Barrierefreiheit ist als Querschnittsthema angelegt und soll in den anderen Themen auf Ebene der Projekte aufgehen. Barrierefreiheit wird also nicht isoliert, sondern in allen Projekten mitgedacht – von nutzerfreundlichen Oberflächen über klare, inklusiv gestaltete Informationen bis zu barrierearmen Kontrollprozessen.
„Die ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW schafft ein starkes Netzwerk, in dem regionale und überregionale Kooperationen Wissen und Erfahrungen bündeln. So entstehen innovative Lösungen, die den ÖPNV nachhaltig in die digitale Zukunft führen.“
Konkrete Projektideen zu den priorisierten Themen für 2026 wurden auf dem Netzwerktreffen der ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW am 27. November 2025 in Düsseldorf erarbeitet. Statt des bisherigen ÖPNV-DigiCamp-Formats setzte die Veranstaltung auf einen neuen Aufbau: In vier Workshops entlang der vom DO-Beirat priorisierten Themen wurden konkrete Projektideen erarbeitet und innerhalb der Handlungsfelder des aktuellen DO-Handbuchs präzise definiert. Abschließend wurden die Ergebnisse im Plenum präsentiert. Die Dokumentation folgt im ersten Quartal 2026, danach werden klare Arbeits- und Projektaufträge formuliert. Der DO-Beirat wird auf seiner ersten Sitzung 2026 über die Aufnahme neuer DO-Projekte beraten und entscheiden. Außerdem wird die digitale Kooperationsplattform für einen kontinuierlichen Austausch in der Digitalisierungsoffensive starten. Schließlich wird eine erste Themenkonferenz zur koordinierten Einführung, Anwendung und Harmonisierung von ABT/IDBT stattfinden. Die ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW wird ihre Arbeit 2026 konsequent am Kundennutzen und an skalierbaren, sicheren Systemen ausrichten. Mit ABT/IDBT, grenzüberschreitenden Angeboten, besserer Datenqualität, starker IT-Sicherheit und transparenten Projektprozessen wird sie die Grundlagen für einen digitalen, robusten und inklusiven ÖPNV in NRW schaffen.